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Götterdämmerung oder Schulterschluss?
Können (und sollen) Kosmologen und Theologen zusammenfinden?
Vortrag und Diskussion mit Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber, Kath.-Theolog. Privatuniversität Linz und Univ.-Prof. Dr. Ronald Weinberger, Universität Innsbruck

Obwohl der Urknall selbst eine wissenschaftliche Tatsache darstellen dürfte, gibt es mehrere Mutmaßungen über den Grund oder die Gründe, die zu ihm oder seinesgleichen geführt haben. Dennoch ist auch bei den Vertretern der Astronomie und deren Urknall-Spezialisten, den Kosmologen, eine Reserviertheit gegenüber jeglichem religiösen Glauben weit verbreitet, obwohl diese in der Öffentlichkeit nur verhalten artikuliert wird. Weshalb tun sich eigentlich viele Astronomen so schwer mit einem Gedanken an Schöpfung bzw. Schöpfer, vor allem aber schwer mit den in Kirchen und von hohen Kirchenmännern geäußerten Glaubensinhalten und Meinungen? Findet man tatsächlich keine Belege für ein schöpferisches Wirken im Kosmos oder wollen die (Natur)Wissenschaflter diese einfach nur nicht zur Kenntnis nehmen?

Die Theologie hat seit den 60er Jahren weitgehend die Abwehr gegen das naturwissenschaftliche Wissen, das den traditionellen Schöpfungsglauben infrage stellte, aufgegeben. Sie verwehrt sich deshalb auch entschieden gegen Versuche, die Lücken des wissenschaftlichen Wissens wieder mit religiösen Erklärungen zu füllen, wie das in jüngster Zeit - und sei es auf hoher kirchenamtlicher Ebene - geschehen ist. Was aber bleibt dann noch von der Behauptung, die Welt sei Schöpfung Gottes übrig? Die überaus wichtige Erkenntnis, dass der Begriff "Schöpfung" nichts mit empirischer Kosmologie, sondern mit Sinnstiftung zu tun hat; dass religiöse Aussagen nicht übernatürliche Erklärungen, sondern Grund-Einstellungen zur Wirklichkeit als ganzer hervorbringen. Mit Wittgenstein sagt heute die Theologie: "Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern dass sie ist."

Damit ist eine Koexistenz zwischen Wissen und Glauben möglich, wie beide aber aufeinander fruchtbar bezogen bleiben, das ist dann die spannende Frage im Gespräch von Theologie und Naturwissenschaft. Man darf gespannt sein, was die Diskutanten dazu zu sagen haben und ob sie eine fruchtbringende Koexistenz zwischen Glaube und (natur)wissenschaftlich gewonnenem Wissen für realisierbar halten.
Weitere Infos
RegionOberösterreich (Österreich)
WasVortrag und Diskussion
Wann19.04.2010, 19:30 Uhr
WoLinz, Landeskulturzentrum Ursulinenhof, Gewölbesaal
Landstraße 31
WerLinzer Astronomische Gemeinschaft
Kontaktraab@sternwarte.at, (0732) 67 40 42
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